AV1 vs. HEVC vs. H.264: Welcher Codec gewinnt 2026?
Alle paar Jahre bekommt die Videowelt einen neuen Codec versprochen, der die Dateigrößen für immer halbieren soll. In der Praxis: H.264 (2003) regiert die Welt, HEVC (2013) regiert dein modernes Smartphone, und AV1 (2018) ist die Zukunft – eine Zukunft, die immer erst in Streaming-Servern landet, bevor sie in deiner Tasche landet.
Wenn du Videos auf einem Smartphone komprimierst, ist die Codec-Frage konkret: Womit kodierst du heute, auf Hardware, die du besitzt, für Geräte, mit denen du teilst? Hier ist die ehrliche Antwort für 2026.
Die drei Kandidaten in einer Tabelle
| H.264 (AVC) | HEVC (H.265) | AV1 | |
|---|---|---|---|
| Veröffentlicht | 2003 | 2013 | 2018 |
| Effizienz vs. H.264 | Referenzwert | ~30–50 % kleiner | ~50–65 % kleiner |
| Hardware-Kodierung auf Smartphones | ✅ universell | ✅ die meisten Smartphones (~ab 2016) | ⚠️ selten (Flaggschiffe, langsam) |
| Hardware-Dekodierung auf Smartphones | ✅ universell | ✅ die meisten modernen Smartphones | ✅ viele Flaggschiffe |
| Browser | ✅ alle | ⚠️ Safari ja; Chrome/Firefox gemischt | ✅ moderne Chrome/Firefox/Edge |
| Alte Laptops, Fernseher, Auto-Systeme | ✅ | ⚠️ Glückssache | ❌ meist nein |
| Lizenzsituation | Ausgereift, geklärt | Unübersichtliche Patentpools (weshalb die Übernahme stockte) | Lizenzfrei (weshalb das Web ihn liebt) |
| Praktische Rolle auf dem Smartphone 2026 | Der Dialekt fürs Teilen | Der Dialekt für persönliche Archive | Der Wiedergabe-Codec fürs Streaming |
AV1: brillant – und (noch) meist nichts für dich
AV1 ist wirklich exzellent – lizenzfrei, ~30 % über HEVC hinaus, getragen von praktisch der gesamten Tech-Industrie. Netflix, YouTube und Co. liefern ständig AV1-Streams aus, weil Server es sich leisten können, einmal zu kodieren, und jedes moderne Flaggschiff es in Hardware dekodieren kann.
Aber es gibt eine Asymmetrie, die die Frage für Smartphone-Nutzer entscheidet: AV1 zu dekodieren ist gelöst; AV1 auf einem Smartphone zu kodieren nicht.
- Hardware-AV1-Encoder existieren nur in einer Handvoll Flaggschiff-Chipsätzen, und frühe Implementierungen sind langsam.
- Software-AV1-Kodierung auf einem Smartphone ist akkuunfreundlich und dauert ein Vielfaches der Hardware-Kodierung von H.264/HEVC.
- Und die Datei, die dabei herauskommt, betritt ein Dekodierungs-Minenfeld: alte Laptops, ältere Fernseher, Auto-Systeme, viele Browser auf Rechnern ohne AV1-Hardware.
Für einen Streaming-Riesen ist das alles egal – einmal auf einer Serverfarm kodieren, Milliarden von Aufrufen. Für deine Familienvideos ist jeder dieser Punkte ein Grund zu warten.
Der realistische AV1-Zeitplan für die Smartphone-Seite: Wenn Mittelklasse-Chips AV1-Hardware-Encoder serienmäßig mitbringen, kann eine Kompressor-App wie Kompress ihn als Voreinstellung freischalten – so wie die HEVC-Unterstützung schrittweise eingeführt wurde. Beobachte die Flaggschiff-Chipsätze; die Mittelklasse folgt in ~2 Jahren.
HEVC: der praktische Sweet Spot
Für die meisten, die 2026 Videos auf einem Smartphone komprimieren, ist HEVC die Antwort, die bereits angekommen ist:
- Hardware-Kodierung in jedem modernen Smartphone – schnell, kühl, akkufreundlich (warum Hardware-Kodierung zählt).
- 30–50 % kleiner als H.264 bei gleicher visueller Qualität – das ist das ganze Spiel.
- Läuft auf jedem Gerät, das du wahrscheinlich besitzt – iPhones seit 2017, aktuelle Androids, moderne Macs, neuere Smart-TVs.
Die Vorbehalte sind real, aber begrenzt: alte Windows-Rechner (brauchen eine kostenpflichtige Erweiterung oder VLC), manche ältere Androids und Browser-Wiedergabe außerhalb von Safari. Übersetzt: HEVC für Dateien, die du behältst; H.264 für Dateien, die du verschickst (der komplette Trade-off).
Genau deshalb bietet Kompress beide an und fällt automatisch auf H.264 zurück, wenn ein Gerät HEVC nicht kodieren kann – der Fehlerfall (eine Datei, die nicht läuft) ist wegkonstruiert.
H.264: weiterhin der universelle Dialekt
Dreiundzwanzig Jahre alt und ungeschlagen in der einen Sache, die zählt: es läuft überall, ohne Ausnahme. Jedes Smartphone, jeder Browser, jeder Fernseher, jede Konsole, jedes Auto-System, jeder smarte Kühlschrank – wenn es Video abspielt, spielt es H.264 ab.
Für diese Garantie zahlst du ~40 % größere Dateien als mit HEVC. Für alles, was du an jemand anderen schickst – den Laptop der Eltern, den Rechner eines Kunden, eine Messaging-App, in der du das Gerät des Empfängers nicht kontrollierst – bleibt H.264 2026 die einzige richtige Antwort. Und da Plattformen wie WhatsApp dein Video ohnehin neu kodieren (geh ihrem Encoder aus dem Weg), ist der Codec, den du verschickst, oft nur der Input für deren Encoder – auch dort ist H.264 der sicherste Eingangs-Dialekt.
Die Entscheidung, komprimiert
- Videos für dich selbst auf modernen Geräten → HEVC. Hardwarebeschleunigt, ~40 % Ersparnis, läuft auf allem, was du besitzt.
- Videos für andere Leute → H.264. Universelle Wiedergabe, kein Risiko.
- AV1 → bewundere ihn, aber auf einem Smartphone 2026 schaust du ihn dir an, du erzeugst ihn nicht.
Die Codec-Welt wird diesen ganzen Zyklus in den nächsten Jahren mit AV1 durchlaufen, und es werden dann dieselben Regeln gelten wie heute: Hardware-Unterstützung entscheidet, Kompatibilität legt ein Veto ein. Der Codec, den du schnell auf dem Gerät kodieren und auf jedem Ziel abspielen kannst, das dir wichtig ist, ist immer der richtige.
Probier beide Seiten des 2026er-Paars aus: Kompress legt H.264/HEVC im „Erweitert“-Modus offen, mit automatischem Rückfall – im App Store und auf Google Play. Erster Durchlauf kostenlos, die gesamte Kodierung auf dem Gerät.
Häufig gestellte Fragen
Ist AV1 besser als HEVC?
Ja – AV1 erreicht bei gleicher visueller Qualität etwa 30 % bessere Komprimierung als HEVC. Aber auf Smartphones ist die AV1-Hardware-Kodierung 2026 selten, und Software-Kodierung ist langsam und akkufreundlich – AV1 ist hauptsächlich ein Codec, den Plattformen für Streaming-Wiedergabe nutzen, nicht einer, mit dem du auf dem Gerät kodierst.
Soll ich meine Videos mit AV1 komprimieren?
Vom Smartphone aus meist nicht. Ohne Hardware-Kodierung dauert AV1 deutlich länger, saugt den Akku leer, und die erzeugten Dateien können auf vielen älteren Geräten nicht abgespielt werden. HEVC bringt dir den Großteil des Vorteils mit voller Hardware-Unterstützung; AV1 ist sinnvoll, wenn jedes Wiedergabegerät eine hardwareseitige AV1-Dekodierung hat – zunehmend wahr, aber nicht universell.
Warum nutzt nicht jeder HEVC, wenn es so viel besser ist als H.264?
Lizenzierung und Momentum. HEVCs Patentpool-Situation hat die Übernahme durch Browser und Hardware jahrelang ausgebremst, und H.264s Garantie „läuft überall“ macht es zum Standard fürs Teilen. Auf modernen Smartphones ist HEVC sicher und voll hardwarebeschleunigt; auf alten Geräten und manchen Browsern scheitert es.
Welchen Codec soll ich in Kompress wählen?
Videos für dein eigenes Archiv auf einem modernen Smartphone: HEVC. Mit anderen teilen oder unsicher über deren Geräte: H.264. Kompress fällt außerdem automatisch auf H.264 zurück, wenn ein Gerät HEVC nicht kodieren kann – du erzeugst nie eine Datei, die nicht abspielbar ist.
Wann wird AV1 HEVC ersetzen?
AV1-Dekodier-Hardware ist in Flaggschiff-Chips inzwischen verbreitet, und Streaming-Dienste nutzen sie breit. AV1-*Kodierung* auf dem Smartphone mit akkufreundlichem Tempo braucht breitere Hardware-Unterstützung – wahrscheinlich noch ein paar Jahre. Für Dateien, die du heute auf einem Smartphone erstellst, bleiben H.264/HEVC das praktische Paar.